Christoph Marzi

Christoph Marzi,

geboren 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Frau Tamara und seinen drei Töchtern im Saarland. Seine Lycidas-Trilogie im Heyne Verlag avancierte auf Anhieb zum Bestseller. Der Autor erhielt 2005 den Deutschen Phantastik-Preis für das beste Roman-Debüt.

www.christophmarzi.de


Interview

Christoph, bevor wir mehr über dich und deine Jugendbuch-Trilogie „Malfuria“ erfahren: Welche Frage würdest du dir selbst stellen?
Warum landet der Marmeladentoast, lässt man ihn fallen, immer auf der Marmeladenseite? Warum glaubt alle Welt, dass die Amerikaner wirklich auf dem Mond gewesen sind? Warum fällt Weihnachten kein Schnee mehr? Warum ist die Banane krumm? Und warum stellt man mir diese seltsame Frage?

Und was wäre deine Antwort darauf?
Keine Ahnung.

Wer oder was ist eigentlich „Malfuria“?
Malfuria ist ein Ort, der ein Geheimnis birgt. Mehr darüber zu sagen, würde zu viel von der Geschichte verraten.

Und wer verbirgt sich hinter Christoph Marzi?
In angemessener Kürze: ich bin sechsunddreißig Jahre alt, einsfünfundneunzig groß, verheiratet (mit Tamara) und Vater von drei Töchtern (Catharina, Luzi und Stella). Ich bevorzuge schwarze Kleidung, weil Schwarz zu allem passt, vor allem zu Schwarz. Aufgewachsen bin ich in Obermendig, einem damals-kleinen-und-heute-nicht-mehr-ganz-so-kleinen Ort am Rande der Eifel. Seit nun mehr sechs Jahren lebe in Saarbrücken. In einem Haus mit Rasen und netten Nachbarn.

Wie sieht der Ort aus, an dem du schreibst?
Mein Arbeitszimmer befindet sich im Keller. Ich habe einen schönen Ausblick in einen Garten, der wild und wuchernd ist, mit einem Rasen, in dem jede Menge Tiere leben und in dem schon ganze Expeditionen verschwunden sind. Zwei Schreibtische stehen einander gegenüber (einer gehört Tamara, der andere ist meiner), umgeben von Regalen voller Bücher, CDs und Krimskrams (Steine, Pflanzen, einer Schneeglaskugel, Jack Skellington und Oogie Boogie Man, nicht zu vergessen ein kleiner Phone Bone). An den Wänden hängen Filmplakate, ein Portrait von Emily Laing und ein von Wolfgang Niedecken signiertes Tour-Plakat, dazu Picassos „Don Quixote“ und jede Menge Bilder, die Catharina und Luzi gemalt haben). Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Bücher, die ich zur Recherche brauche, und auf dem Fensterbrett stapelt sich dann weitere Bücher (diesmal Romane, die noch zu lesen sind oder gerade gelesen werden). Irgendwo dazwischen meist leere Tassen, die einmal voller Tee gewesen sind.

Dein erster Roman „Lycidas“, erster Band der im Heyne-Verlag erschienenen Emily-Laing Trilogie, war ein echter Überraschungserfolg und wurde als bestes Debüt mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Die Folgebände „Lilith“ und „Lumen“ waren nicht minder erfolgreich.Was war für dich das schönste Feedback auf diese Bücher?
Der Leserwunsch, die Geschichte fortzuführen (was ich irgendwann in nächster Zeit wohl auch tun könnte). Zu sehen, dass Menschen, die ich ja gar nicht kenne, Anteil am Schicksal von Emily, Aurora, Wittgenstein und den anderen genommen haben. Dass sogar Tränen geflossen sind. Das ist, glaube ich, das schönste Feedback. Zu sehen, dass sich Leser tatsächlich in der uralten Metropole wie zu Hause gefühlt haben. Dass sie ganz eingetaucht sind in die Geschichte. Und dass sie mit Emily und den anderen gebangt haben.

In deiner ersten Roman-Trilogie für Jugendliche dreht sich alles um Hexen. Wie bist du auf dieses Thema gekommen?
Hexen sind geheimnisvoll. Und böse. Meistens jedenfalls. Wir kennen alle die Hexen aus unserer Kindheit: die Hänsel-und-Gretel-Hexe, die Schneewittchen-Hexe, Madam Mim, die Hexe des Ostens, Baba Yaga, Cruella deVille, Scarlet O´Hara – und natürlich die kleine Hexe, und noch viele mehr. Es gibt unzählige Hexen in den alten Geschichten und zumeist sind es böse Wesen, die in Wäldern oder Höhlen hausen, Menschen ins Verderben locken und in dicken Kesseln seltsam riechende Sachen brauen. Jedes Kind ist, denke ich, von Hexen fasziniert. Ich selbst fand Hexen immer viel interessanter als Zauberer. Sie schienen mir klüger zu sein, gewitzter, interessanter. Hexen haben viele Gesichter. Einigen davon werden wir in „Malfuria“ begegnen ...

„Malfuria“ spielt in einem magischen Barcelona. Hat diese Stadt für dich eine besondere Bedeutung?
Spanien hat eine besondere Bedeutung. Um es kurz zu machen: Ich liebe Spanien. Eivissa. Die Sonne und das Meer und die kleinen verlassenen Strände im Nordosten der Insel. Den Prolog habe ich dort geschrieben, in Xaracca, die erste Szene in Dalt Vila in Eivissa Stadt. Ich hatte also genug Gelegenheit, die Atmosphäre einzufangen. In Barcelona, wo Catalina lebt, bin ich selbst nie gewesen. Das Barcelona in „Malfuria“ ist jedoch nicht das reale Barcelona. Es ist die singende Stadt, die aussieht wie die Dinge, die Gaudi geschaffen. Viele bunte, seltsam geformte Häuser, Mosaikeidechsen, schwebende Fische und gusseiserne Verzierungen an den Häusern. Es gibt einige Wasserstraßen in der singenden Stadt und Magie scheint etwas zu sein, das in den Liedern lebt, die dort in der Mittagshitze durch die Straßen ziehen. Für Catalina Soleado ist es die Heimat, die sie gefunden hat, nachdem sie die Heimat, die sie von Klein auf gekannt hat, verlassen musste. Catalina liebt die singende Stadt, weil es der Ort ist, an dem sie sein will. Ähnlich geht es mir, wenn ich aus dem Flugzeug steige und die warme Luft Eivissas mir ins Gesicht weht. Barcelona ist für mich der Zauber Spaniens in seiner reinen, romantischen Form. Deswegen ist es zur singenden Stadt geworden. Deswegen ist die singende Stadt etwas besonderes. Für Catalina – und für mich auch.

Welche Recherchen haben das Schreiben der Bücher begleitet? Bist du auf Reisen gegangen?
Ich habe Reiseführer und Bildbände gelesen, insbesondere Bücher über Gaudí. Was Catalina empfindet, wenn sie an die singende Stadt denkt, ist wohl das, was ich empfinde, wenn ich an Eivissa denke.

Welche Figur in „Malfuria“ steht dir persönlich am nächsten?
Jordi Marí.

Was darf man als Leser deiner Bücher erwarten und für wen schreibst du?
Man darf, hoffe ich, eine spannende Geschichte erwarten. Eine Geschichte, die ehrlich erzählt ist und in der Herzblut steckt. Aber das gilt eigentlich nicht nur für „Malfuria“, sondern für jede Geschichte. Wenn ich an einer Geschichte schreibe, dann ist es immer diese eine Geschichte, die den ganzen Raum ausfüllt, nur diese eine Geschichte, die am wichtigsten ist – und die ich unbedingt beenden will. Am Ende schreibt man, denke ich, immer für sich selbst. Ich habe nie mit der Absicht geschrieben, etwas bestimmtes ausdrücken zu wollen oder – noch viel, viel schlimmer – etwas Lehrreiches verfassen zu wollen. Das, was eine Geschichte aussagt, ergibt sich aus der Geschichte. Die Charaktere verhalten sich so, wie es nun einmal tun. Man lernt sie kennen und schon laufen sie los und tun Dinge und sind kaum mehr zu halten. Wenn man sie aber am Laufen hindert, dann bekommt die Geschichte einen falschen Ton. Das versuche ich zu vermeiden. Ich lasse die Charaktere einfach laufen und folge ihnen – und wenn dem Leser das genauso viel Spaß bereitet wie mir, dann ist die Geschichte gut gewesen. Am Ende muss die Geschichte aber mir selbst gefallen. Das versuche ich zu erreichen ...

�Malfuria � Die Hüterin der Nebelsteine� ist das zweite Buch in der �Malfuria-Trilogie�. Wie geht die Geschichte weiter?
Catalina Soleado befindet sich in Malfuria, das ein sehr geheimnisvoller Ort ist. Sie begegnet Agata la Gataza, der Katzenhexe, die �ber Malfuria gebietet. Am Ende des ersten Buches wird bereits erw�hnt, dass Nuria Niebla, Catalinas Gro�mutter, eine wichtige Rolle spielen wird in den Dingen, die �ber Spanien hereinbrechen. Dar�ber hinaus lernt Catalina in Malfuria die Zigeunerhexe Makris de los Santos kennen, die sich beim Schreiben der Geschichte zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt hat. W�hrend Catalina den Rabenfedernsturm, der das Herz der Hexenheit ist, f�r sich entdeckt, irrt Jordi durch die singende Stadt und versucht den Schatten zu entkommen. Er begegnet jemandem namens Kopernikus, der sehr geheimnisvoll ist, und ... mehr verrate ich an dieser Stelle noch nicht. Am Ende aber f�hren viele Wege nach Lisboa, der Stadt am Ende der Welt. Warum? Auch das wird an dieser Stelle nicht verraten werden.

Die singende Stadt war ein magisch angehauchtes Barcelona, wie es Gaudi erschaffen haben k�nnte. Welche anderen Schaupl�tze gibt es und wie sehen sie aus?
Es gibt ein wichtige Szene, die auf Eivissa spielt, in einem Dorf namens Sant Joan, das nunmehr direkt am Meer liegt. Der Leuchtturm von Port Vell, wo Jordi aufgewachsen ist, spielt eine bedeutende Rolle. Malfuria, der Rabenfedernsturm, ganz klar. Lisboa, wohin es Catalina verschl�gt, ist ganz anders als Barcelona. Die Stadt wirkt enger, ein wenig d�sterer, zwielichtiger. �berall gibt es Pflanzen, die sich um die Geb�ude ranken. Lisboa wird als die Stadt am Ende der Welt bezeichnet, weil hinter dem Atlantik andere Welten als diese warten. Es gibt seltsame Flugger�te und ... mehr zu verraten, w�re nicht gut.

D�rfen wir schon etwas �ber den abschlie�enden Band erfahren?
Im letzten Buch wird der Leser die Stadt aus Nacht und Nirgendwo kennen lernen. Man wird sehen, was es mit den Schatten auf sich hat. La Sombr�a wird Catalina begegnen. Freunde werden sich als Feinde und Feinde als Freunde erweisen. Es wird einige �berraschungen geben, hoffe ich. Aber das ist auch schon alles, was ich �ber den Inhalt verrate. Erscheinungstermin des dritten Buches soll Januar 2008 sein, soviel steht fest.

Andreas Fr�hlich liest das H�rbuch zu �Malfuria�. Welches Gef�hl ist es, die Geschichte auf diese Weise zu erleben?
Wow! Andreas Fr�hlich gibt jedem Charakter eine eigene Stimme. El Cuento, Firnis, Karfax, Catalina, Jordi � sie alle bekommen so richtig Leben eingehaucht. Gerade deswegen kam es mir oft vor, eher ein H�rspiel zu h�ren als ein reines H�rbuch.

Du hast eine Geschichte exklusiv f�r diese Site geschrieben. Warum?
Die Geschichte �Jorge und der Gischtgeist� h�tte in dieser Form in keines der B�cher gepasst. Man sieht, wie sich die Ereignisse auf einen ganz gew�hnlichen Menschen auswirken. Jorge hat keine Bestimmung, muss keine Prophezeiung erf�llen. Aber das, was in Lisboa, Barcelona und anderswo geschieht, beeinflusst sein Leben nachhaltig. Das ganze ist nur ein blitzlichtartiger Eindruck davon, was um Lisboa herum (und vielleicht in ganz Spanien) vor sich geht. Ich mag die Geschichte. Ich mag Kurzgeschichten. Es gibt eine weitere Kurzgeschichte, die allerdings erst zu einem Drittel geschrieben wurde: �Die fr�hen Reisen des Firnis Cervantes�. Wenn ich sie beendet habe, dann wird sie wohl auch hier zu lesen sein.

Catharina, deine Tochter, hat eine Kurzgeschichte geschrieben, die in der Anthologie �Drachengift� erscheint. Wie kam es dazu?
Sabine Franz fragte mich, ob ich Interesse daran h�tte, eine Geschichte zu schreiben, die etwas mit Drachen zu tun hatte. Ich habe mit Catharina dar�ber gesprochen und es stellte sich heraus, dass wir beide eine Idee hatten. Catharina schrieb �Lynn-ya und die Drachen� (eine Geschichte, die sehr skurril und lustig ist, und �berall spielen k�nnte), ich schrieb �Des Salamanders tiefster Seufzer� (eine Geschichte, die eher m�rchenhaft ist, und definitiv in Amsterdam spielt). Am Ende hat Sabine Franz beide Geschichten genommen, was mich nat�rlich ungemein freut, weil ich jetzt zusammen mit meiner gro�en Tochter in einem Buch stehe).

Welche Geschichten erwarten uns nach der Malfuria-Trilogie?
Es gibt einige Ideen, die mir im Kopf herumschwirren, die gibt es immer. Aber dazu mehr, wenn es etwas Genaues zu sagen gibt. Bis dahin tue ich ganz geheimnisvoll und verliere mich in Andeutungen.

Du hast die Malfuria-Trilogie mit dem vorliegenden Band „Malfuria – Die Königin der Schattentstadt“ nun beendet. Lässt dich der letzte Satz mit Wehmut zurückblicken?
Nein, keine Wehmut. Die Geschichte ist erzählt und die Zeit, die ich mit Catalina Soleado und Jordi Marí und all den anderen verbracht habe, war eine sehr schöne Zeit gewesen. Aber irgendwann ist die Geschichte nun einmal erzählt und wenn man keine endlose Reihe daraus machen will, dann sollte man auch einen konsequenten Schlussstrich ziehen können.

Nicht unbedingt alle Fragen, die in den ersten beiden Bänden aufgeworfen haben, sind auch beantwortet worden. Lässt das nicht doch auf eine Fortsetzung hoffen?
Nun ja, die meisten Fragen sind, denke ich, zufriedenstellend beantwortet worden. Einige Dinge bleiben indes ungeklärt, wenngleich, das muss ich betonen, es genügend Hinweise gibt. Man muss die Liste der noch offenen Fragen nicht so abarbeiten, dass es nach einem künstlichen Konstrukt aussieht. Viele Dinge kann man erahnen, manche nicht. Aber liegt nicht gerade darin der Reiz jeglicher Literatur? Ist es nicht schön, dass nach dem letzten Satz noch so vieles nachklingt? Dass man den eigenen Gedanken nachhängen kann? Jeder Leser kann die Geschichte weiterspinnen und sich ausmalen, was noch passieren könnte. Ein Ende im Sinne von „sie kommen zusammen und leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ liegt mir nicht. Es ist wichtig, dass ein Teil der Geheimnisse am Leben bleibt. Aber, um auf die Frage von vorhin zurückzukommen – ich plane keine Fortsetzung. Was nicht heißt, dass ich nicht vielleicht irgendwann einmal in diese Welt zurückkehren könnte, um nachzuschauen, was aus Jordi und Catalina und all den anderen geworden ist. Geplant sind erst mal ganz andere Sachen. Trotzdem – generell gilt natürlich auch hier der Spruch „Sag niemals nie“. Was konkret bedeutet, dass ich diesbezüglich noch keine Pläne haben. Die Geschichte der Hexen und Malfurias ist jedenfalls erst einmal erzählt. Was mir im Kopf herumschwirrt sind aber einige andere Geschichten, die in dieser Welt spielen. Firnis ist einer der Charaktere, deren Schicksal ich gerne weiterverfolgen würde. Insbesondere seine Vergangenheit scheint mir sehr, sehr interessant zu sein. Und dann sind da noch Kamino Regalado und Santiago Cortez, die sicherlich noch viele Abenteuer bestehen werden. Ja, ich denke, dass alle diese Personen eine Rückkehr in die singende Stadt reizvoll erscheinen lassen. Wenn ich dorthin zurückkehre, dann werde ich den Wegen dieser Charaktere folgen – Catalina hat, denke ich, ihren Platz in der Welt gefunden.

Von welchem der Charaktere hast du dich am schwersten trennen können? Wer war dir ans Herz gewachsen?
Es kommt vor, dass die Charaktere im Lauf der Geschichte eine eigene Stimme entwickeln, die sich ganz anders anhört als jene, die sie am Anfang hatten. Am Ende des ersten Buches glaubt man, dass Karim Karfax mit der Meduza abgestürzt und gestorben ist. Ein Autorenkollege hat mir gegenüber bemerkt, dass es schade sei, diesen wunderbaren Bösewicht so schnell zu opfern. Aber solche Dinge passieren. Karim Karfax war anfänglich der Böse gewesen, doch dann bekam er immer mehr Vergangenheit und wurde zu der Person, die wir im zweiten Buch unter dem Namen Kopernikus kennen gelernt haben. Um auf die Frage zu antworten: ich mag Kopernikus einfach. Er ist cool. Er hat Stil. Und er sieht aus wie der Schauspieler Karim Köster. Darüber hinaus mag ich Kamino Regalado wirklich sehr. Und natürlich Firnis Cervantes. Ich liebe den Kerl.

Kannst du uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Geschehnisse von Malfuria – die Königin der Schattenstadt“ geben?
Das ist immer schwierig – ich will ja nicht zuviel verraten. Catalina folgt dem alten Márquez in die Schattentstadt. Die Stadt aus Nacht und Nirgendwo hält einige Überraschungen bereit. Sie sieht nicht so aus, wie man sie sich vorstellt. Catalina erfährt, wer die Schattenkönigin ist. Und der Leser erfährt dies schon im Prolog, der uns einige Jahrhunderte in die Vergangenheit. Jordi versucht derweil, aus Lisboa zu entrinnen, was sich als gar nicht so einfach erweist. Und da gab es ja noch einen Sturm aus Rabenfedern, den man Malfuria nannte. Mehr verrate ich nicht ...

Welche Bewandtnis hat es mit der Gestalt, die auf dem Cover zu sehen ist?
Der Chafariz – das ist der Name der Gestalt – ist der Eingang zur Schattenstadt. Er befindet sich mitten in der Alfama.

Schreibst du an etwas Neuem?
Derzeit kehre ich in die uralte Metropole zurück. Und danach werde ich mit einem neuen Jugendbuch beginnen. Eines, das keine Trilogie ist. Der Plot steht zur Hälfte, zur Hälfte noch nicht. Doch auch dazu verrate ich noch nichts. Ich schreibe derzeit an einer Kurzgeschichte, die Elfen mit Lawrence von Arabien in Verbindung bringt – für eine Anthologie bei Arena. Und dann muss ich noch eine Geschichte schreiben, die ich Lucia schon ganz lange versprochen habe ... und Versprechen sollte man einhalten, nicht wahr?!

Du erwähnst in den Danksagungen häufig Komponisten. Wie wichtig ist Musik für dich beim Schreiben?
Musik ist unglaublich wichtig. Ich beneide Musiker. Musik kann Gefühle und Stimmungen viel besser ausdrücken, als Worte es jemals tun können. Als ich „Malfuria – Die Königin der Schattenstadt“ geschrieben habe, lief andauernd „1973“ von James Blunt, weil dieser Song für mich die Seele des nordöstlichen Ibizas wiederspiegelt wie kein anderer. Darüber hinaus liefen „Harvest Moon“ von Aino Laos und eine Reihe von Soundtracks: Klaus Badelt, Hans Zimmer, James Newton Howard und viele, viele andere. Die Musik bestimmt die Stimmungen in den einzelnen Szenen. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne Musik zu leben. Und ich kann mir nicht vorstellen, ohne Musik zu schreiben. So einfach ist das.

Am Ende noch eine Frage zum Hörbuch. Wann erscheint „Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine“?
Soweit ich weiß, soll das Hörbuch irgendwann im Sommer erscheinen. Geplant ist wohl, dass Andreas Fröhlich erneut liest, was einfach wunderbar ist (kann es jemanden geben, der El Cuento und Firnis besser liest? Wohl kaum!).

Ein letztes Wort zum letzten Satz des Romans?
Den verrate ich nicht ...



Das Tal von Krystyna Kuhn